Geschichte

Geschichte des „Geniesserrestaurant Lodner“ 

Mitten im Herzen von Lauingen- in unmittelbarer Nähe des Schimmelturms- sticht ein Gebäude ganz besonders hervor: ein mit verspielten Stuckfassaden aus der Ursprungszeit des Jugendstils versehenes, in zartem Gelbton gehaltenes, im Jahr 1873 erbautes Haus. Über die Jahre nagte der Zahn der Zeit an dem Gebäude, das sich in direkter Nachbarschaft zum bekannten „Hotel Drei
Mohren“ befindet.

  • 1989: Erwerb des Hauses durch Alexander Lodner mit zwei Jahren Renovierungsphase im Anschluss.
  • 1991: Eröffnung des „Wiener Kaffeehauses“ mit österreichischen Kaffeespezialitäten und feinem Kuchen. Gleichzeitig standen vier Gästezimmer zur Verfügung.
  • 1992: Beginn mit kleinen feinen Speisen und stetig wachsender Karte.
  • 1994: Erweiterung des Hotelbetriebes um zwei weitere Zimmer auf sechs Zimmer.
  • 1995: Einführung der gutbürgerlichen Karte.
  • 1997: Hochzeit mit Sigrid Lodner im Dezember.
  • 1998: Geburt des ersten Sohnes Matthias. Einführung der „Schlemmerkarte“. Renovierung der Außenfassade des Gebäudes.
  • 1999: Beendigung der Sanierungsmaßnahmen am Weinkeller und Möglichkeiten für Weinproben im rustikalen Ambiente des 14. Jahrhunderts mit alten und neueren Weinen.
  • 2000: Eröffnung der neuen Außenterrasse.
  • 2001: Geburt des zweiten Sohnes Maximilian.
  • 2004: Umbau mit Umgestaltung und Umbenennung des Festsaales in „Alexandre“. Die Speisekarte erhielt eine eigene Gourmetkarte.
  • 2006: Umbenennung des „Wiener Kaffeehauseses“ in „Geniesserrestaurant“ und „Geniesserhotel“.
  • 2010: Beginn der eigenen Gewürzlinie, den „Gewürze Lodner“ Gewürzen.
  • 2011: Erwerb des Hotels „Drei Mohren“.
  • 2016: Umstellung der Speisekarte auf reines Gourmetrestaurant und Abendbetrieb im „Geniesserrestaurant“. Gleichzeitig wurde das „Lodners Drei Mohren“ Restaurant mit gutbürgerlicher deutsch- österreichischer Küche eröffnet.
  • 2019: Renovierung und Sanierung der Außenfassade des „Hotels Drei Mohren“.

Als Alexander Lodner das Gebäude des „Geniesserhotels“ erwarb, stand er vor der Aufgabe, wie er solch einem Gebäude gerecht werden könnte. Dies gelang ihm mit viel Fingerspitzengefühl, einem hohen Maß an Eigenleistung und in jahrelanger Arbeit, die wohl nie abgeschlossen sein wird. Er musste das Gebäude ins 20./ 21. Jahrhundert führen, durfte dabei aber nicht die Seele und somit auch die Gemütlichkeit, die ein solches Gebäude ausstrahlt, vernachlässigen. Mit viel Liebe zum Detail schuf die Familie einen Hort der Ruhe für Leib und Seele, der ein klares Bekenntnis an die Vermittlung dieses Lebensgefühls darstellt.

Mit dem Erwerb des „Hotel Drei Mohren“ war bereits die Größe eine Herausforderung an die Familie. Ein solches geschichtsträchtiges Gebäude, immer wieder renoviert, verändert oder dem Zeitgeist angepasst, stellte besondere Ansprüche an alle Beteiligten. Auch nach all den Jahren- würde die Familie niemals sagen, dass das Gebäude fertig ist, immer wieder gibt es behutsame Verbesserungen, deren Durchführung die Gäste nicht allzu sehr stören dürfen, aber auch dem Gebäude nicht die Seele rauben sollen.

Genauso wie mit den Gebäuden geht Familie Lodner auch mit ihren Gästen um. Sie erkunden vorsichtig die Bedürfnisse und Wünsche ihrer Gäste und versuchen auf diese einzugehen.


Geschichte „Lodners Hotel Drei Mohren“

  • 1552: Als Renaissancebau für den Augsburger Jakob Herbrot (*1493) errichtet. Er war ein sehr erfolgreicher Händler, der auch geschäftliche Verbindungen zu den Fuggern hatte. Außerdem war er der letzte Zunftbürgermeister der Stadt Augsburg und mitverantwortlich für den Eintritt der Augsburger Soldaten in den Schmalkaldischen Krieg auf der protestantischen Seite. Nach dem Verlust des Krieges pflegte er Kontakte bis zu Kaiser Karl V. Da er später mit seinen Truppen Kurfürst Moritz von Sachsen unterstützen wollte, geriet er bei den Augsburgern in Ungnade, weshalb er 1552 die Stadt verließ und nach Lauingen ging, wo er das Gebäude des heutigen „Hotel Drei Mohren“ errichten ließ. Leider führten seine Söhne das Handelshaus in den Bankrott, so dass er am 21.04.1564 im Schuldturm verstarb.
  • 1591: Der Kaufmann Hans Rayser erwarb das Gebäude, weshalb das Haus lange als Rayser´sches Haus bekannt war.
  • 1626: Die Stadt Lauingen erwarb das Gebäude, das bis 1802 im städtischen Eigentum verblieb.
    • Es war in dieser Zeit:
      • Sitz der städtischen Verwaltung,
      • Quartier für Offiziere und Feldherren in Kriegszeiten,
        (für Fürst Philipp Wilhelm, der zur Kaiserwahl vorgeschlagen worden war, was er aber ablehnte.)
        (für den bayerischen Kurfürsten Max Emanuel).
      • 1783- 1791-> Interimsrathaus während des Baus des neuen Rathauses.
  • 1802: Verkauf an die Handels- und Speditionsfirma Nast& Co. Aufwändige Renovierungsarbeiten folgten und der anschließende Verkauf des prachtvollen Gebäudes.
  • 1820: Erwerb durch die Firma Hallwachs- Brodböck (Spediteure).
  • 1833: Erwerb durch Ernst Nenning, der das Gebäude zu einem Weinhandel umfunktionierte, wozu er vom bayerischen König die Konzession erhielt. In der darauffolgenden Zeit kam ein Weinausschank hinzu, womit die „Grundlage“ für das spätere Hotel gelegt wurde.
  • 1840: Am 17.08. erwarb der Augsburger August Deuringer (*1794- +1842) das Gebäude. Sein Vater war Gastwirt des Augsburger „Zu den drei Mohren“. In Anlehnung daran nannte er seine Gastwirtschaft Lauingen ebenso. Von 1842- 1860 führte seine Witwe sein Werk fort.
  • 1860: Johann Baptist Deuringer (*1836- +1894) erbte die Gastwirtschaft und führte diese fort.
  • 1896: Gastwirt Matthäus Ritter von Adelsbuch.
  • 1902: Adolf von Gestecken führte das Hotel bis 1919. (Prominentester Gast war damals der bayerische Kronprinz Rupprecht).
  • 1919: Die Stadt Lauingen übernahm kurz das Hotel und veräußerte es an die Aktienbrauerei Augsburg (06.03.1919). Die dazugehörenden Grundstücke und das landwirtschaftliche Inventar wurden versteigert.
  • 1920: Eröffnung des neuen Kinos (08.01.1920) im „Hotel Drei Mohren“ durch Max Stangl. Ab diesem Zeitpunkt war es ein Anziehungspunkt für die Bevölkerung, wo Stummfilme wie „Dämonen der Welt“, „Strahlen des Todes“ oder auch „Wirbel des Verderbens“ gezeigt wurden und die Gäste in ihren Bann zogen.
  • 1930: Am 27.08. wurde von Max Stangl der erste Tonfilm „Liebeswalzer“ mit Lilian Harvey und Willy Fritsch angekündigt. Eine Brücke in die Neuzeit des Films wurde geschlagen.
    Später übernahm Josef Amman die Drei- Mohren- Lichtspiele. Er ließ die Räumlichkeiten immer wieder dem neuen Zeitgeist anpassen und vermittelte durch seine Programmauswahl der Lauinger Bevölkerung- durch das Medium Film- immer wieder Einblicke in eine neue Welt der Kultur und Unterhaltung (Max Springer).
  • 1934: Bürger- und Engelbräu- Memmingen.
  • 1951: Sonnenbräu A. Böck.
  • 1985: Schließung des Kinos.
  • 11.11.2011:
    • Familie Lodner erwirbt das „Hotel Drei Mohren“. Sorgsam und liebevoll beginnen sie mit den Restaurierungsaufgaben an dem geschichtsträchtigen Gebäude.
    • Nach dem Motto: „Altes erhalten, Neues nur als Ergänzung!“ arbeiten und leben sie am und im Gebäude.
  • 2012: Eröffnung des „Hotel Drei Mohren“ nach aufwändigen Sanierungsarbeiten an Türen, Treppenhäusern, Rezeption, Bar und Restaurant.
  • 2013: Umbau des alten Kinosaales (Mobiliar etc. waren bereits beim Erwerb des Gebäudes nicht mehr vorhanden) in eine kleine Gewürzmanufaktur.
  • 2016: Einbau eines Blockheizkraftwerkes- mit Heizung und Wasserversorgung- um auch den Ansprüchen der Umwelt gerecht zu werden.
  • 2019: Neugestaltung der Außenfassade mit neuen Fenstern, die aber optisch zur Geschichte des Gebäudes passen.

Das „Hotel Drei Mohren“ verfügt über eine lange Geschichte und die dicken Mauern sind Zeugen einer längst vergangenen Zeit.